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Messer - Geschäftsbericht 2008
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Künftige Entwicklung

Ausblick

Das reale Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den etablierten Wirtschaftsnationen wird in 2009 voraussichtlich schrumpfen. In den Schwellenländern wird sich das Wachstum zusehends verlangsamen, aber könnte noch mehr als 5 % erreichen. Es bleibt abzuwarten, ob die globalen Bemühungen, den Finanzsektor zu stabilisieren und Investitionsanreize zu schaffen, den Abschwung der Weltwirtschaft abmildern können. Sollten die bereits umfangreich beschlossenen Maßnahmen das Vertrauen in die Finanzmärkte nicht zurückführen, droht vermutlich eine länger anhaltende Rezession. Vor allem die US-amerikanische Wirtschaft und Konsumenten werden unter den strengeren und restriktiveren finanziellen Bedingungen leiden. Geschwächtes Vertrauen der Konsumenten wird wohl auch in Europa auf die Wirtschaft negativ einwirken. Es wird z. B. damit gerechnet, dass die Arbeitslosenzahlen in Deutschland zum ersten Mal seit 2005 wieder steigen werden. Mit dem wirtschaftlichen Abschwung wird sich zugleich die bereits in 2008 eingetretene Preisreduzierung bei Rohstoffen fortsetzen.

In Europa werden wir durch die neu in Betrieb gehenden Luftzerlegungsanlagen sukzessive unsere Zukaufquote verringern können. Bei der Ausschöpfung der neuen Produktionskapazitäten wird dabei nicht eine reine Volumenstrategie, sondern der profitable Ausbau des Bestandskundengeschäfts im Vordergrund stehen. Darüber hinaus erwarten wir insbesondere in den südosteuropäischen Ländern, in denen der Pro-Kopf-Verbrauch von Industriegasen bisher noch nicht einmal halb so hoch ist wie in Westeuropa, in allen Branchen noch umfassend nutzbares Nachfragepotenzial, so z. B. die stahlverarbeitende Industrie in der Türkei. Unsere Investition in eine Luftzerlegungsanlage in der Nähe von Istanbul ist hier ein wichtiger Schritt, das Potenzial dieses Marktes auszuschöpfen und seinem strategischen Wachstum eine noch breitere Basis zu geben. Der chinesische Markt wird weiter wachsen, allerdings sind unsere Erwartungen verhaltener als in den Vorjahren, da die Auswirkungen der weltweiten wirtschaftlichen Abschwächung sich vor allem auch in der Stahl- und chemischen Industrie bemerkbar machen werden.

Durch das im Mai 2008 abgelaufene vertragliche Markennutzungsverbot für die Marke Messer in Deutschland, ist die Messer Gruppe in Europa nahezu wieder komplett präsent. Die deutsche Gesellschaft Messer Industriegase GmbH wird die Stärke ihres Bekanntheitsgrades nutzen, um ihre Position im deutschen Markt erfolgreich auszubauen. Die beiden bereits gewonnenen, bedeutenden On Site-Kunden in Siegen und Salzgitter stellen dafür eine aussichtsreiche Grundlage dar.

Im für unsere Industrie bedeutenden Bereich der Energiekosten erwarten wir sowohl aufgrund unserer langfristigen Einkaufsstrategien als auch aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs eine spürbare Entlastung.

Wir werden auch in Zukunft die erfolgreichen Allianzen mit unseren Kunden und Partnern vertiefen, um unsere Produkte und Technologien zu vermarkten.

Im Rahmen unserer Mittelfristplanung 2009 und 2010 wollen wir nicht nur den Umsatz organisch weiter steigern, sondern vor allem auch die Rentabilität der Messer Gruppe nachhaltig erhöhen. Die Inbetriebnahmen unserer Luftzerlegungsanlagen in Spanien und Bosnien-Herzegowina in 2008 sowie die Fertigstellung der Anlagen in Deutschland, Polen, Rumänien, Schweiz, Türkei und Vietnam in 2009 sowie der Luftzerlegungsanlage in Frankreich und der zweiten deutschen Anlage in 2010 werden unsere Produktkapazitäten nachhaltig verbessern. Dies wird noch unterstützt durch die Fertigstellung einer CO2-Produktionsanlage in Belgien Anfang 2010. Die Produktengpässe, denen wir uns in den vergangenen Geschäftsjahren gegenüber sahen, sowie die damit einhergehenden Belastungen aus erhöhten Zukaufkosten und der teilweise bestehenden Abhängigkeit von Wettbewerbern, werden damit zunehmend abgebaut. Des Weiteren können unsere Transportkosten gesenkt und die Logistik weiter optimiert werden, in dem wir mit unseren Wettbewerbern industrieübliche Swap-Verträge abschließen. All diese Effekte werden mittelfristig zu einer Verbesserung der operativen Margen führen.

Die Entwicklung der wesentlichen Finanzkennzahlen der Messer Gruppe ist für die Jahre 2009 und 2010 wie folgt geplant:
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Wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung

Als internationaler Anbieter von Industriegasen stehen wir sowohl Chancen als auch Risiken gegenüber, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind. Dabei ist es vornehmlich die Aufgabe aller, die Chancen erfolgreich wahrzunehmen und zugleich die Risiken zu begrenzen. Die künftige Ergebnisentwicklung ist neben der Entwicklung im operativen Gasegeschäft auch von den Konjunkturverläufen in den einzelnen Ländern abhängig. Im Einzelnen können insbesondere folgende Risiken wesentliche Bedeutung für die Geschäftsentwicklung sowie Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erlangen:


  • Das Geschäft mit industriellen Gasen unterliegt einem starken Wettbewerb, der im Rahmen der Globalisierung zugenommen hat. Das wettbewerbsintensive Umfeld kann die zukünftigen Ergebnisse und Mittelzuflüsse vermindern.
  • Wir beliefern eine große Bandbreite von Industrien und Branchen (Stahlerzeugung und Metallverarbeitung, Chemische Industrie, Petrochemie, Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, Gesundheitswesen und Glasindustrie) auf der Basis langfristiger Lieferverträge mit einer Laufzeit von bis zu 15 Jahren in Europa und bis zu 30 Jahren in Asien. Ein signifikanter Rückgang der Marktnachfrage in einigen dieser Schlüsselindustrien und -branchen kann die zukünftige Entwicklung des Ergebnisses nachteilig beeinflussen. Die Umsatzerlöse der Messer Gruppe sind jedoch nicht nennenswert von einzelnen Kunden abhängig.
  • Die Messer Gruppe ist in vielen Ländern tätig und daher den lokalen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den daraus resultierenden Geschäftsrisiken ausgesetzt. Mit der Finanzkrise sind die Währungen in Osteuropa stark unter Druck geraten; Wechselkursschwankungen haben insoweit zusätzlich an Bedeutung gewonnen.
  • Mit der Expansion in verschiedenen Märkten steigen die Anforderungen an unsere Infrastruktur. Betriebsunterbrechungen bei Kunden versuchen wir zu vermeiden, indem die Anlagen regelmäßig gewartet und überwacht werden. Für den Fall, dass ein Schaden eintritt, verfügen wir über Not- und Ausfallpläne sowie Instrumente, um die finanziellen Folgen einer Betriebsunterbrechung bei unseren Kunden zu mindern. Die Messer Gruppe arbeitet daran, die Lieferstärke so auszubauen, dass auch in Notfällen die Versorgungssicherheit ihrer Kunden gewährleistet ist.
  • Die immer wieder entstehenden Krisensituationen in ölfördernden Ländern und der zunehmende Energiebedarf der Schwellenländer, vor allem in China und Indien, lassen trotz der aktuellen Rezession langfristig steigende Öl- und Energiepreise mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Preise der von der Gruppe benötigten Betriebsstoffe sowie auf die Vorprodukte erwarten. Obwohl die Messer Gruppe oftmals einen Teil der Kostensteigerungen an ihre Kunden weitergeben kann, können Preissteigerungen bei Energiekosten die Rentabilität der Messer Gruppe belasten.
  • Für unser Wachstum und anspruchsvolles Investitionsprogramm benötigen wir Fremdkapital. Wir sind dabei von einem stabilen und insbesondere liquiden Finanzsektor abhängig.
  • Die Messer Gruppe ist zur Begleichung von Verpflichtungen aus der Fremdkapitalaufnahme auf Zahlungsmittel aus dem laufenden Geschäft angewiesen. Dies ist in erheblichem Umfang von einem positiven operativen Cash Flow abhängig.
  • Der Konzern hat positive Geschäfts- und Firmenwerte bilanziert. Die Anwendung des IAS 36, d. h. die Durchführung so genannter Impairment Tests, kann außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte erfordern, wenn sich die Geschäftsaussichten einer Tochtergesellschaft gegenüber dem ursprünglichen Bewertungszeitpunkt deutlich verschlechtern.
  • Unternehmen sehen sich immer wieder mit den Behauptungen konfrontiert, dass gewerbliche Schutzrechte oder gesetzliche Pflichten verletzt, fehlerhafte Produkte geliefert oder die Umweltschutzauflagen nicht eingehalten wurden. Ungeachtet der Erfolgsaussichten derartiger Ansprüche können im Zusammenhang mit deren Abwehr hohe Kosten entstehen. Die Messer Gruppe wehrt sich in solchen Angelegenheiten energisch mit Unterstützung interner und externer Experten.
  • Die Informationstechnologie nimmt einen immer wichtiger werdenden Teil unserer täglichen Arbeit ein. Unser in Deutschland gelegenes Rechenzentrum ermöglicht es uns, eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur zu schaffen und die Geschäftsprozesse zu verbessern. Durch diese Konzentration sind wir anfälliger für Betriebsunterbrechungen geworden, verursacht durch Elementarschäden oder menschliches Versagen. Um dies zu vermeiden, besitzt unser Rechenzentrum ein eigenes IT-Risikomanagement.
  • Die Integration neuer Länder in die EU birgt insofern Risiken, dass eine Vielzahl der bisher staatlichen Betriebe unter Vorgaben der EU und des Internationalen Währungsfonds privatisiert und restrukturiert werden müssen. Die Anzahl und die Höhe der bisher gewährten Staatszuschüsse könnten sich drastisch reduzieren, so dass es in diesen Ländern zu zahlreichen Stilllegungen und Fusionen mit negativem Einfluss auf unseren Umsatz kommen würde. Es wäre damit zu rechnen, dass es zu einem verstärkten Preisdruck kommen könnte.
  • Unsere Geschäftstätigkeit in vielen Ländern unterliegt länderspezifischen Umweltgesetzen und -vorschriften, beispielsweise zu Luftemission, Grundwasserverschmutzung, Gebrauch und Behandlung gefährlicher Substanzen sowie Bodenuntersuchung und -entgiftung. Daraus entstehen immer wieder Haftungsrisiken aus dem laufenden wie auch aus dem in der Vergangenheit liegenden Geschäftsbetrieb. Vor allem die neuen und an die EU-Richtlinien angepassten Umweltanforderungen in den neuen EU-Mitgliedsstaaten machen es erforderlich, unsere derzeit bestehenden hohen Umweltstandards den neuen Verpflichtungen anzupassen. Konsequenzen daraus könnten höhere Produktionskosten und Anpassungen im Produktionsprozess sein. Das abgeschlossene Geschäftsjahr 2008 zeigt aber, dass die Integration von strengeren Umweltvorschriften zu einem effizienteren Produktionsprozess und einem qualitativ höheren Produkt führt.
  • Im Konzern können aus dem Verkauf von Unternehmen oder Geschäftsaktivitäten nachträgliche Risiken entstehen. Sofern ein Risiko wahrscheinlich ist, haben wir bilanziell vorgesorgt.
  • Im Rahmen der Finanzkrise kommt es weltweit zu einer Abschwächung der Wirtschaft, die die Messer Gruppe in verschiedenen Ländern unterschiedlich stark trifft und die genaustens beobachtet wird. Wir haben bereits Kosten- sowie Investitionseinsparungsprogramme eingeleitet und umgesetzt, die möglichen negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise entgegenwirken. Die sich möglicherweise verschlechternde Bonität unserer Kunden birgt das Risiko von Forderungsausfällen ebenso wie den eventuell notwendigen Abbruch gemeinsamer Projekte. Unsere Forderungsstruktur ist im Einzelnen im Anhang beschrieben.

Die zuvor genannten Risiken sind nicht die einzigen Risiken, denen wir ausgesetzt sind. Zum heutigen Zeitpunkt unbekannte oder als unwesentlich erachtete Risiken können sich bei veränderten Rahmenbedingungen gegebenenfalls nachteilig auf die Messer Gruppe auswirken. Dennoch sehen wir zurzeit für die Messer Gruppe keine wesentlichen gesamtwirtschaftlichen Risiken. Für den Konzern waren im Geschäftsjahr 2008 keine Risiken erkennbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit einen wesentlichen Einfluss auf den Fortbestand des Unternehmens haben könnten. Diese drohen auch nicht in absehbarer Zukunft.

Chancen ergeben sich für die Messer Gruppe aus unserer ausgewogenen Präsenz in den Wachstumsbranchen und dynamischen Märkten. Unsere breite Kundenbasis und unser diversifiziertes Produktportfolio versetzen uns in die Lage, diese gesamtwirtschaftlich schwächere Phase zu meistern und unsere langfristigen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Die bereits im 4. Quartal 2008 eingetretene Rezession hat eine Senkung der Energiepreise mit sich gebracht, die sich fortsetzen wird. Dies wirkt sich direkt positiv auf unsere Umsatz- und Vertriebskosten aus. Steuersatzsenkungen in einigen Ländern senken unsere Steuerbelastung. Es gibt für uns relevante Märkte, die sich weiterhin positiv entwickeln. Dies wird zu einer anhaltenden Nachfrage nach unseren Produkten führen - mit der Chance für eine nachhaltig gute Geschäftsentwicklung der Messer Gruppe. Mit unseren Investitionen nehmen wir die Chance wahr, auf den steigenden Wettbewerb zu reagieren und unsere Marktposition zu erhalten. Die Möglichkeiten, die sich aus der Internationalisierung mit der positiven Entwicklung von Schwellenländern und vor allem der EU-Osterweiterung ergeben, nehmen wir durch gezielten Aufbau unserer Standorte in diesen Ländern wahr. Dadurch erreichen wir einen Zugang zu neuen Märkten, die langfristiges Wachstumspotenzial besitzen. Unsere Investitionen bauen unsere Wettbewerbsfähigkeit aus. Wir sind überzeugt, dass dies ein wichtiges Merkmal zum Bestehen in der Finanzkrise ist. Wir sind uns aber bewusst, dass der Ausbau unserer Engagements in Zeiten einer strengen Konjunkturkrise nicht einfach ist. Die Anzahl der europaweit oder sogar weltweit geltenden Standards für umweltverträgliches Verhalten steigt. Die Messer Gruppe unterstützt dies durch die konsequente Entwicklung von neuen und innovativen Konzepten (z. B. CO2-Verwertungen im Rahmen der aktuellen Klimadiskussion).

 

Risikomanagement

Das Risikomanagement der Messer Gruppe ist ein wesentlicher Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Durch die Management-Struktur und die Reporting-Prozesse ist gewährleistet, dass nicht nur bestandsgefährdende Entwicklungen, sondern bereits Entwicklungen, die zur Gefährdung von kurzfristigen Unternehmenszielen (wie z. B. EBITDA oder Cash Flow) führen können, zeitnah und regelmäßig an die maßgeblichen Stellen berichtet werden. Dadurch wird das Management in die Lage versetzt, rechtzeitig Maßnahmen gegen etwaige geschäftliche und/oder finanzwirtschaftliche Risiken ergreifen zu können. In den einzelnen Tochtergesellschaften sind Risikomanager benannt, die die lokalen Berichtsabläufe sicherstellen. Zur Gewährleistung der Gesamtübersicht erstellt der Risikomanager der Messer Gruppe in Zusammenarbeit mit den lokalen Verantwortlichen jeweils zu Jahresbeginn einen gruppenweiten Risikobericht, der mit der Geschäftsführung erörtert und dem Aufsichtsrat der Messer Gruppe zeitnah zur Kenntnis gebracht wird. Das Risikomanagement ist darauf ausgerichtet, den Bestand zu sichern und den Unternehmenswert zu steigern.

Für potenzielle Schadensfälle und Haftungsrisiken hat die Messer Gruppe adäquate Versicherungen abgeschlossen, die sicherstellen, dass sich mögliche finanzielle Folgen durch eintretende Risiken in Grenzen halten bzw. gänzlich ausgeschlossen werden. Der Umfang dieser Versicherungen wird laufend in Anlehnung an die konkreten Bedürfnisse der Landesgesellschaften optimiert.

Im Geschäftsjahr 2008 fanden in vier Gesellschaften der Messer Gruppe interne Revisionen statt. Hierbei wurde die Einhaltung der Corporate Guidelines und in Stichproben Belegkontrollen innerhalb der verschiedenen Prozesse durchgeführt, um die Effektivität und Wirtschaftlichkeit der Prozesse sowie die Richtigkeit und Zuverlässigkeit der Finanzberichtserstattung zu überprüfen. Kritische Sacverhalte konnten aufgeklärt und Verbesserungsvorschläge bezüglich der Transparenz der Geschäftsprozesse gemacht werden. Die Empfehlungen aus der Revision wurden priorisiert und noch im Geschäftsjahr umgesetzt. Auch in 2009 werden wieder Gesellschaften der Messer Gruppe, vornehmlich in Westeuropa, einer regulären Revision unterzogen.

Der Bereich SHEQ wird sich auch in Zukunft mit hoher Aufmerksamkeit der Ausführung von Audits und Risikoanalysen widmen, um die Unfallquote weiter zu senken.

Im IT-Bereich werden modernste Technologien eingesetzt, um das Risiko im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung zu minimieren. Der unberechtigte Zugriff auf Daten und Systeme sowie ein wesentlicher Datenverlust sind nahezu ausgeschlossen. Effizienz, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Systeme werden ständig überwacht und verbessert. Das Sicherheitskonzept umfasst des Weiteren eine detaillierte Notfallplanung. Alle eingesetzten Technologien werden regelmäßig überprüft, ob sie eine sichere Abwicklung der IT-gestützen Geschäftsprozesse gewährleisten können, um jegliche Art von Risiken zu minimieren.

Steuerliche und wettbewerbsrechtliche Regelungen können ebenfalls Unternehmensrisiken beinhalten. Die Gesellschaft lässt sich deshalb umfassend von internen und externen Fachleuten beraten.

 

Finanzielle Risiken

Wir müssen sicherstellen, dass wir die in den Senior Facilities Agreements bzw. dem Note Purchase and Guarantee Agreement gegebenen Zusicherungen trotz der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage und damit möglicherweise einhergehenden Umsatz- und Ertragseinbrüchen einhalten. Insbesondere hervorzuheben ist insoweit der Net Debt / EBITDA Covenant. Aus diesem Grund haben wir bereits Kosten- sowie Investitionseinsparungsprogramme eingeleitet und umgesetzt, die möglichen negativen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise entgegenwirken und sicherstellen, dass wir die in den Senior Facilities Agreements bzw. dem Note Purchase and Guarantee Agreement gegebenen Zusicherungen einhalten.

Finanzielle Risiken können in der Messer Gruppe zudem durch Wechselkurs- und Zinssatzänderungen entstehen.

Das Management der Zinssatzänderungs-, Währungs- und Liquiditätsrisiken erfolgt durch die zentrale Finanzabteilung („Group Treasury“) anhand der vom Management vorgegebenen Richtlinien. Group Treasury ermittelt und bewertet die Finanzrisiken und sichert diese ab. Die Treasury-Richtlinien enthalten Grundsätze für das generelle Risikomanangement sowie Einzelregelungen bestimmter Bereiche, wie das Wechselkursrisiko, das Zinssatzänderungsrisiko, den Einsatz derivativer Finanzinstrumente und die Anlage überschüssiger Liquidität.

Die Erträge und der betriebliche Cash Flow sind im Wesentlichen unabhängig von Änderungen der Marktzinsen, da der Konzern keine bedeutenden verzinslichen Vermögensgegenstände besitzt. Variabel verzinsliche Kredite werden teilweise mit Hilfe von Zins Swaps abgesichert („Cash Flow-Sicherungsgeschäfte für künftige Zinszahlungen“). Dadurch erfolgt wirtschaftlich eine Umwandlung von Krediten mit variablen Zinssätzen in solche mit festen Zinssätzen. Im Rahmen der Zins Swaps wird in bestimmten Abständen die Differenz zwischen festen Vertragszinssätzen und variablen Zinssätzen, die unter Bezugnahme auf einen vereinbarten Betrag ermittelt wird, ausgeglichen. Am Bilanzstichtag bestehen ausschließlich derivative Finanzinstrumente, die mit renommierten internationalen Finanzinstituten abgeschlossen wurden. Ein Währungs- bzw. Zinssatzänderungsrisiko wird somit als gering eingeschätzt.

Das Management geht davon aus, dass in einer Gesamtbewertung der Risikosituation des Unternehmens die Risiken begrenzt und überschaubar sind und den Fortbestand der Messer Gruppe nicht gefährden.

 

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Die Messer Group GmbH hat am 19. Januar 2009 als Kreditnehmer einen neuen, unbesicherten Kreditvertrag über Mio. € 100 abgeschlossen („SFA II“), der mit dem bestehenden Senior Facilities Agreement („SFA I“)/Note Purchase and Guarantee Agreement („NPA“) auf gleicher Rangstufe steht (pari passu). Kreditgeber sind Banken des bestehenden „Senior Facilities Agreement“. Alle unter dem SFA II ausstehenden Beträge sind am 2. Februar 2012, zusammen mit den noch unter dem SFA I ausstehenden Beträgen, zurückzuzahlen. Bedingungen und Konditionen unter dem SFA II sind identisch mit denen des SFA I. Die Hauptunterschiede sind:

  • Die anfängliche Marge des SFA II ist 1,5 % p. a.; es wurde ein Mechanismus zur Anpassung der Marge vereinbart, der auf der Entwicklung des Verhältnisses Nettoverschuldung/EBITDA der konsolidierten Messer Gruppe basiert.
  • Das SFA II ist unbesichert, wohingegen das SFA I (und das NPA) durch Garantien und Verpfändung von Anteilen besichert sind. Diese bestehenden Sicherheiten für SFA I/NPA bleiben völlig intakt und stehen den Kreditgebern unter SFA II nicht zur Verfügung.

Am 27. Februar 2009 hat die ASCO Kohlensäure AG, Schweiz, die Mehrheit der Anteile an der ASCO Carbon Dioxide SARL, Frankreich, erworben. Die Gesellschaft produziert Trockeneismaschinen, die von der ASCO Kohlensäure AG vertrieben werden. Der Kaufvertrag sieht vor, dass die übrigen Anteile mit aufschiebender Wirkung zum 30. September 2010 übergehen. Daher wird die Gesellschaft mit Wirkung zum 27. Februar 2009 zu 100 % konsolidiert.

Im Februar 2009 hat Messer mit dem chinesischen Stahlhersteller Panzhihua Iron & Steel der Pangang Gruppe einen Kooperationsvertrag über den Erwerb von vier bestehenden und den Bau von drei weiteren Luftzerlegungsanlagen in der chinesischen Provinz Sichuan geschlossen. Messer hält 60 % am Joint Venture, das insgesamt über Mio. € 100 investiert. Messer untermauert damit sein langfristiges Engagement im chinesischen Industriegasemarkt. Aus heutiger Sicht erfüllt das Joint Venture die Kriterien des IFRIC 4. Bei Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden daher Umsätze in Höhe des Barwertes der Mindestleasingzahlungen erfasst.

Am 4. März 2009 hat Messer Danmark A/S, Dänemark mit Wirkung zum 1. April 2009 das Zylindergeschäft nebst 4.000 Gasflaschen, Kundenstamm sowie Kundenforderungen verkauft.

 

Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Geschäftsführung dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Loyalität zu dem Unternehmen, die hohe Leistungsbereitschaft und das persönliche Engagement im Geschäftsjahr 2008. Ihr Einsatz hat entscheidend zu den Erfolgen der Messer Gruppe im Jahr 2008 beigetragen. Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Freisetzung von Personal im Rahmen unserer Kosten- sowie Investitionseinsparungsprogramme im Interesse der kontinuierlichen Fortführung und des Ausbaus unserer geschäftlichen Aktivitäten nicht beabsichtigt.

Die Geschäftsführung hat nach bestem Wissen den Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Messer Gruppe so dargestellt, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird und die für die zukünftige Entwicklung wesentlichen Chancen und Risiken angemessen beurteilt und erläutert werden.

 

Sulzbach/Taunus, den 5. März 2009


Messer Group GmbH


 

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