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Messer - Geschäftsbericht 2008

Special: 44 Jahre Wirtschaftsgeschichte
Für die Dauererprobung eines Brennstoffzellen-Fahrzeugs in der Schweiz ist die mobile Wasserstofftankstelle von Messer unverzichtbar
Für die Dauererprobung eines Brennstoffzellen-Fahrzeugs in der Schweiz ist die mobile Wasserstofftankstelle von Messer unverzichtbar

 
Das von Messer gesponsorte NitroMobil von Miklos Vogel
Das von Messer gesponsorte NitroMobil von Miklos Vogel

 
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Umwelt- und Klimaschutz

Schon heute übernimmt Messer CO2 als Abfallprodukt aus industriellen Prozessen und führt es einer Weiterverwendung zu. So optimiert es z. B. die Aufbereitung von Abwässern und bietet hier eine umweltgerechte Alternative zu den bisher eingesetzten Säuren.

CO2-Fußabdruck so klein wie möglich halten

„Als Mitglied der Gesellschaft achten wir auf den Schutz der Umwelt“, heißt es seit 2005 im Unternehmensleitbild. Damit achtet Messer Werte, die so auch in Zeiten, in denen die Klimapolitik wieder mehr aus dem Fokus rückt, nicht selbstverständlich sind. Als Indikator des Einflusses der Menschheit auf die Umwelt in Bezug auf die Menge an produzierten Treibhausgasen gilt der so genannte Carbon Footprint, der „CO2-Fußabdruck“. Er wird umgerechnet auf den Ausstoß von Kohlendioxid und daher als Tonnen CO2-Äquivalent (Tonnen CO2e) gemessen. Innerhalb der Wertschöpfungskette eines Unternehmens gibt es drei Bereiche, die direkt oder indirekt Einfluss auf die Produktion von Treibhausgasen haben. Zum ersten, direkten Bereich gehören beispielsweise die Nutzung der firmeneigenen Autos sowie die Verbrennung von Kraftstoffen. Der zweite, indirekte Bereich umfasst die zugekaufte Elektrizität, die ein Unternehmen benötigt. In den dritten, ebenfalls indirekten Bereich fallen die Produktion zugekaufter Materialien, ausgelagerte Aktivitäten, der Gebrauch der eigenen Produkte, Geschäftsreisen der Angestellten sowie die Abfallbeseitigung.

Neue Ziele gesteckt

Bei der Herstellung von Industriegasen sprechen wir von einer „sauberen“ Produktion, da keine direkte Belastung von Boden, Luft und Wasser erfolgt. Die CO2-Emissionen entstehen vornehmlich durch den Einkauf von Strom zur Produktion von Sauerstoff, Stickstoff und Argon in den Luftzerlegern. Messer strebt eine Verbesserung des durchschnittlichen spezifischen Energieverbrauchs der Luftzerlegungsanlagen in Europa um sieben Prozent an. Auch die Steigerung der Reichweite (transportierte Tonnen eines gelieferten Produkts pro gefahrenem Kilometer) ist ein vornehmliches Ziel.

Ressourcenschonende Technologien

Messer möchte CO2-Emissionen senken, auch wenn diese nicht direkt durch das Unternehmen verursacht werden. Hierzu werden prioritär Technologien entwickelt, die in der Prozesskette der Kunden helfen, Ressourcen zu sparen.

Energiesparen durch tiefkalte Gase

Wie man Energie durch Kälte spart, zeigt die Anwendung, die Messer bei der Firma Seidel aus Deutschlandsberg, Österreich, installiert hat. Der Hersteller elektronischer Flachbaugruppen benötigt circa eine Million Kubikmeter Stickstoff pro Jahr für die Inertisierung seiner Lötanlagen.

Messer liefert den Stickstoff in tiefkalt verflüssigter Form an. Beim Austritt aus dem Lagertank durchströmt der Stickstoff einen Rippenrohr-Wärmeaustauscher, mit dessen Hilfe durch die Wärme der Umgebungsluft der flüssige Stickstoff erwärmt und in den gasförmigen Zustand überführt wird. Da die Wärme hierfür aus der Umgebung kommt, ist keine zusätzliche Energie für die Verdampfung erforderlich. Andersherum betrachtet wurde jedoch der Kälteinhalt des flüssigen Stickstoffs nutzlos an die Umgebung abgeführt. Da die Lötanlagen des Kunden Kühlsole benötigen, die man durch eine elektrisch betriebene Kältemaschine bereitstellt, entstand die Idee, die für die Stickstoffverdampfung erforderliche Energie über einen speziellen Wärmetauscher aus dem Solekreislauf der Kälteanlage zu gewinnen.

Durch den Einsatz des von Messer entwickelten Cryocontrol-Wärmeaustauschers kann die Kühlsole kontinuierlich abgekühlt werden, ohne dass diese trotz einer Verdampfungstemperatur des Stickstoffs von minus 196 °C einfriert. Der Kunde spart so etwa 40.000 Kilowattstunden Elektroenergie pro Jahr ein (circa der Bedarf von fast zehn Einfamilienhaushalten).

„DuoCondex“ spart 500.000 Tonnen CO2e im Jahr

Bei vielen industriellen Prozessen entstehen gas- oder dampfförmige Schadstoffe. Diese lassen sich durch Abkühlung mit tiefkalt verflüssigtem Stickstoff kondensieren, also verflüssigen und auffangen, und gelangen somit nicht in die Atmosphäre.

Messer hat hierfür das DuoCondex-Verfahren entwickelt, mit dem eine solche Kondensation bei Temperaturen bis minus 160 °C möglich ist. Die Rückgewinnungsrate liegt in den meisten Fällen bei mehr als 99,9 Prozent. Im Idealfall kann das entstehende Kondensat wieder in der Produktion eingesetzt werden. Teilweise werden die zurückgewonnenen Stoffe auch aufgearbeitet, als Brennstoff verwendet oder einer kontrollierten Vernichtung zugeführt.

Diese Technologie von Messer kommt unter anderem beim Recycling von mehr als einer Million Kühlgeräten pro Jahr zum Einsatz. Dabei werden die im Isolationsschaum der Geräte gebundenen Treibgase (FCKW) freigesetzt, in den DuoCondex-Anlagen verflüssigt und anschließend unschädlich gemacht.

Auch die Unternehmen in der chemischen Industrie nutzen das DuoCondex-Verfahren. Es hilft ihnen, die Emissionsgrenzwerte einzuhalten und gleichzeitig durch die Wiederverwendung der kondensierten Stoffe Kosten zu sparen. Vor allem profitiert unsere Umwelt: Die Rückgewinnung erspart der Atmosphäre eine Belastung von etwa 1.000 Tonnen ozonschädigender Stoffe pro Jahr mit einem Treibhauspotenzial von 500.000 Tonnen CO2-Äquivalent.


DuoCondex spart 500.000 Tonnen CO2e im Jahr. (Animation)

Wasserstofftankstelle reist durch die Schweiz

Messer Schweiz entwickelt zusammen mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) die erste mobile Wasserstofftankstelle für die Schweiz. Dies geschieht im Zusammenhang mit einem Pilotprojekt, bei dem erstmals ein kommunales Kehrfahrzeug mit Brennstoffzelle im Dauereinsatz getestet wird. Die Vorführung des Fahrzeugs erfolgt in den wichtigsten Schweizer Städten für die Dauer von jeweils sechs Monaten im realen Betrieb. Dafür muss der auf 350 bar verdichtete Wasserstoff an jedem dieser Standorte verfügbar sein, damit das Kehrfahrzeug im Anschluss an den durchgängigen Acht-Stunden-Betrieb wieder vollgetankt werden kann. Messer Schweiz stellte nicht nur das Konzept einer mobilen vollautomatischen Betankungsanlage mit dazugehöriger Wasserstoffversorgung über Trailer vor, sondern beteiligt sich auch an den Sicherheitsschulungen für das Personal der Kommunalbetriebe.

Fahrzeuge mit alternativem Treibstoff

Rund um die Idee „Fahrzeuge der Zukunft mit alternativem Treibstoff“ fanden in Ungarn zwei Events statt, bei denen junge Ingenieure ihre selbst gebauten Prototypen vorführen und testen konnten – dabei unterstützte Messer Hungarogáz die mit synthetischer Luft angetriebenen Fahrzeuge. Der Széchenyi-Wettkampf wurde bereits zum dritten Mal auf dem Campus der Universität István Széchenyi in Györ organisiert. In diesem Jahr wurden gleich zwei Prototypen mit synthetischer Luft aus Flaschen betrieben. Darunter auch das von Messer gesponserte NitroMobil des Bauingenieurs Miklós Vogel, das den Preis des innovativsten Fahrzeugs erhielt. Angetrieben wird das einzigartige Gefährt von einem umgebauten Wartburg-Motor und drei 20-Liter-Stickstoffflaschen. Damit erreicht das NitroMobil insgesamt sieben MJ Energiekapazität. Mit maximal 50 Stundenkilometern können zwei Personen eine Strecke von acht Kilometern zurücklegen.

Für den Bosch-Rexroth-Pneumobil-Wettkampf im Mai spendete Messer Hungarogáz den Stickstoff. Bei diesem Rennen nahmen Studenten-Teams mit ihren luftbetriebenen Konstruktionen teil.

Geschäftsbericht 2008 online: Ein kleiner Schritt für ein großes Ziel

Der Verzicht auf eine Druckversion des Jahresberichts 2008 ist eine der Aktivitäten, mit der Messer zur Einsparung von CO2-Emissionen beiträgt. Rechnet man Faktoren wie den Versand der Druckauflage per LKW und Flugzeug sowie die Produktion des Papiers für Umschlag- und Innenseiten zusammen und stellt sie den Kosten der Online-Nutzung (Stromverbrauch) gegenüber, ist die CO2-Bilanz unseres Online-Geschäftsberichts um 5,67 Tonnen günstiger, als die einer vergleichbaren Druckversion. Zum Vergleich: Ein PKW, der im Schnitt ca. 0,134 kg CO2-Äquivalent (Diesel, Quelle: Probas/IFEU 2002) pro Kilometer verbraucht, würde auf einer Strecke von 42.313 Kilometern 5,67 Tonnen CO2 ausstoßen.

Der gedruckte Messer-Geschäftsbericht 2007 hatte eine CO2-Bilanz von 7,53 Tonnen. Die Online-Version des Jahres 2008 kommt auf 1,86 Tonnen. Unter dem Strich werden also 5,67 Tonnen CO2 eingespart – das entspricht der Menge an CO2, die ein Kleinwagen bei einer Weltumrundung ausstoßen würde.*


Einsparung an CO2 durch Online-Version des Geschäftsberichtes 2008. (Animation)

* Ausgehend von 3.200 Druck-Exemplaren, inklusive Produktion und weltweite Verteilung im Vergleich zum Stromverbrauch von 3.200 Usern, die sich den Online-Bericht je eine Stunde im Internet ansehen. Kleinwagen mit einem Verbrauch von ca. 0,134 kg CO2-Äquivalent pro Kilometer. (Berechnung durch Forest Finance Service GmbH)


 

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